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Ist Fleischkonsum klimaschädlich?

„Ist der Verzehr von Fleisch wirklich so klimaschädlich?“ (Dagmar Umrath, Göppingen)

(c) iStock/yusia

Immanuel Stieß (Institut für sozial-ökologische Forschung): „Die Ernährung macht etwa 15 Prozent der Treibhausgase aus, die durch unseren Lebensstil täglich entstehen. Kommt häufig Fleisch auf den Tisch, sieht die Klimabilanz besonders schlecht aus. Zum Beispiel hat ein Kilogramm Rindersteak von der Wiese bis auf den Teller im Schnitt 13 Kilogramm Klimagase erzeugt. Das ist etwa so viel, wie bei einer Autofahrt von 100 Kilometern entstehen.

Im Gegensatz zu Fleisch ist die Klimabilanz von Gemüse wesentlich besser. Wer aus einem Kilogramm frischem Gemüse einen vegetarischen Eintopf kocht, belastet die Atmosphäre nur mit etwa 150 Gramm Klimagasen. Das ist ungefähr ein Prozent der Klimabilanz von Fleisch.

Die großen Mengen Klimagase entstehen, weil die Tiere erstmal jede Menge Futter in Fleisch umwandeln müssen, also viel Gras oder Getreide fressen. Allein beim Anbau entstehen durch Düngen, Bewässern, Ernten und den Transport jede Menge Klimagase. Und auch der Mist belastet das Klima. Dann muss das Fleisch auf dem Weg zum Verbraucher noch transportiert, gelagert, weiterverarbeitet, gekühlt und verkauft werden. Jeder Schritt davon verbraucht Energie und Wasser und erzeugt Treibhausgase.

Von allen Fleischsorten hat Rindfleisch übrigens die schlechteste Bilanz. Da Kühe Wiederkäuer sind und beim Verdauen das besonders klimaschädliche Methan produzieren, entstehen viermal soviel Treibhausgase wie bei anderen Tierarten. Wenn es unbedingt Fleisch sein muss, sind Schweinefleisch oder Geflügel eine klimafreundlichere Alternative.

Wer denkt, dass Bio-Fleisch erheblich besser abschneidet, täuscht sich leider: Die Herstellung ist zwar umweltfreundlicher, weil die Bauern auf klimabelastende chemische Dünger verzichten. Doch die Klimabilanz ist nur 10 bis 15 Prozent niedriger als die von herkömmlich erzeugtem Fleisch. Wenig oder gar kein Fleisch essen ist also immer noch am Besten fürs Klima.“

 

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