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Gibt es mehr Hurrikane durch den Klimawandel?

Unser Leser Ralf Nussbaum aus Gotha hat das Klima-Orakel befragt. Er wollte wissen: „Was genau sind Hurrikane und nimmt ihre Anzahl mit der Erderwärmung zu?“ Die Frage beantwortet Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst:

Satellitenbild von Zyklon Irina(c) NASA

„Hurrikan ist von dem spanischen Wort ‚Huracán‘ abgeleitet – es stammt ursprünglich aus der Maya-Mythologie und bedeutet so viel wie Gott des Windes. Hurrikan bezeichnet einen tropischen Wirbelsturm, dessen maximale Windgeschwindigkeit mehr als 118 Kilometer pro Stunde erreicht. Diese Bezeichnung findet vor allem in den Anrainerstaaten des Nordatlantiks, im Golf von Mexiko, im Karibischen Meer sowie im Nordostpazifik Anwendung. 

Hurrikane entstehen meist in den Monaten Juni bis November über Meeresgebieten, die folgende Eigenschaften aufweisen: 

  • Die Temperatur der Wasseroberfläche beträgt mindestens 27 °C,
  • die Windverhältnisse der übereinander liegenden Luftschichten sind ähnlich (geringe Windscherung)
  • und eine so genannte ‚tropische Wellenstörung‘ nähert sich.

Tropische Wellenstörungen bilden sich zumeist über dem nordafrikanischen Festland aus Zusammenballungen von Gewitterwolken. Diese wandern mit dem Urpassat in die östlichen oder zentralen Regionen des tropischen Nordatlantiks. Dort können sie sich bereits zu einem ausgewachsenen Hurrikan entwickeln – insbesondere nach Energiezufuhr durch Verdunstungen aus der erwärmten Meeresoberfläche. Wenn jedoch eine starke Windscherung vorherrscht, weil zum Beispiel der Urpassat eine hohe Geschwindigkeit hat, wandern die Zusammenballungen weiter nach Westen, bist die Windscherung geringer wird – etwa über dem Westatlantik, der Karibik oder sogar erst über dem Nordostpazifik. 

Hurrikans können sich auch aus tropischen Wellen entwickeln, die über dem Norden Südamerikas oder über dem südlichen Mittelamerika entstehen. In seltenen Fällen sind auch die Reste außertropischer Tiefdruckgebiete Impuls für einen Hurrikan.

Zusätzlich beeinflusst die so genannte ‚Corioliskraft‘ die Entstehung der Wirbelstürme: Durch die Drehung der Erde erhalten sie ihre charakteristische Wirbelform. Auf der Nordhalbkugel drehen sie sich gegen den Uhrzeigersinn, auf der Südhalbkugel mit ihm. Da die Corioliskraft am Äquator gleich null ist, gibt es keine tropischen Wirbelstürme zwischen etwa 10 Grad nördlicher und südlicher Breite.

Viele Klimaforscher beschäftigen sich mit der Frage, ob die tropischen Wirbelstürme zunehmen. In der Mehrzahl gehen sie davon aus, dass die Zahl dieser Stürme bei voranschreitender Klimaerwärmung eher leicht zunimmt. Etwas eindeutiger sind ihre Aussagen, dass die tropischen Wirbelstürme immer heftiger werden. Denn in einer wärmeren Atmosphäre und bei wärmeren Wassertemperaturen steht mehr Energie für die Entwicklung starker tropischer Wirbelstürme zur Verfügung.“

 

Hier geht es zu allen Fragen und Antworten des Klima-Orakels.