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Verändert sich der Golfstrom?

„Ich habe gelesen, dass sich der Golfstrom durch den Klimawandel verändert. Stimmt das? Und wenn ja, welche Konsequenzen hat das für unser Klima?“ (Astrid Kluge, Wunstorf)

(c) NASA

Prof. Mojib Latif (IFM-GEOMAR): „Der Golfstrom ist Teil der „thermohalinen Zirkulation“ - eines „Förderbands“ durch alle Weltmeere. In Schwung gehalten wird diese unter anderem durch eine „Pumpe“ in den hohen, nördlichen Breiten (Grönland-See, Labrador-See). Dort sinken kalte und salzreiche (und damit dichte) Wassermassen ab, die in großen Tiefen Richtung Äquator strömen. An der Oberfläche wird im Ausgleich warmes Wasser nach Norden getrieben. Durch die globale Erwärmung könnte das Oberflächenwasser im Norden nun wärmer werden und gleichzeitig auch mehr Schmelz(süß)wasser von Grönland in die See strömen - beides Prozesse, welche die Schwere des oberflächennahen Meerwassers verringern, wodurch weniger Wasser in die Tiefe fällt: Die Pumpe würde schwächer.

Kann ein solcher Effekt den Zustrom warmen Oberflächenwassers vor die nordeuropäische Küste ganz zum Stillstand bringen und eine „kleine Eiszeit“ verursachen? Das ist nach sämtlichen Szenarien des Weltklimarats (IPCC) nicht zu erwarten. Immer „gewinnt“ die Lufterwärmung gegenüber einer angenommenen Abkühlung durch die schwächer werdende Umwälzbewegung. Bisher gibt es auch keine Anzeichen hierfür: Darauf verweist eine umfassende Auswertung von Daten über die Meerestemperaturen und –Strömungen im Atlantik, die Wissenschaftler vom IFM-GEOMAR in Kiel vorgenommen haben. Ihr zufolge hat sich die Umwälzbewegung während der letzten Jahrzehnte möglicherweise sogar noch etwas verstärkt. Grund sei eine größere Häufigkeit von Stürmen, die im Zusammenhang mit der „Nordatlantischen Oszillation“ auftreten – auf natürliche Weise im Abstand von Jahrzehnten hervorgerufenen Luftdruckschwankungen.“

 

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