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In welchen Ländern sinken die CO2-Emissionen?

„Welche Länder haben ihre Treibhausgasemissionen in den vergangenen Jahren verringert? Welche haben die höchste Zunahme?“ (Peter Grewe aus Dormagen)

(c) Yurok Aleksandrovich - Fotolia.com

Christian Löhden (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie): „Die Treibhausgasemissionen, etwa CO2, Methan und Lachgas, haben sich zwischen 1990 und 2006 von Land zu Land sehr unterschiedlich entwickelt. Den stärksten Rückgang verzeichnen die Staaten Osteuropas und die ehemalige Sowjetunion mit bis zu 60 Prozent. Nach Zerfall des Warschauer Paktes und dem politischen Umbruch erlebten besonders die emissionsintensiven Industrien in diesen Staaten einen wirtschaftlichen Rückgang. Auch Deutschland und Großbritannien haben mit 18 beziehungsweise 15 Prozent eine signifikante Abnahme ihrer Emissionen erreicht. Für Deutschland ist der Rückgang zum Teil ebenfalls auf den Zusammenbruch der Industrie in der ehemaligen DDR zurückzuführen.

Die stärksten Zunahmen unter den Industrieländern zwischen 1990 und 2006 verzeichnen südeuropäische Länder und mit einer nahezu Verdopplung der Emissionen die Türkei. Auch die USA, Kanada, Australien und Neuseeland haben ihre Treibhausgasemissionen deutlich erhöht. In noch stärkerem Maße sind die Emissionen in den Schwellenländern angestiegen, die gemäß dem Kyoto-Protokoll bisher keine festgelegten Emissionsziele haben. China hat im genannten Zeitraum eine Zunahme bei den energiebedingten CO2-Emissionen von über 160 Prozent zu verzeichnen, Indien hat um 120 Prozent zugelegt.

Die Pro-Kopf-Emissionen Chinas und vor allem Indiens sind jedoch weiterhin im Vergleich sehr niedrig. In Indien beispielsweise sind die CO2-Emissionen pro Einwohner zwischen 1990 und 2006 zwar um 60 Prozent gestiegen, sie liegen jedoch weiterhin bei etwa einem Zwanzigstel des Wertes für die USA oder Australien (jeweils 19 Tonnen). Jeder Bundesbürger verursacht pro Jahr zehn Tonnen.“

Redaktionstipp: Viele Detailinfos und Zahlen zu Treibhausgasen und ihren globale Auswirkungen finden Sie auf einer Sonderseite des Umweltbundesamtes.

 

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