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Die Klimawandel-Auswirkungen auf Tiere

„Hat der Klimawandel auch positive Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt?“ (Anna Müller, Frankfurt)

(c) iStock/Ivkovich

Alex Stegemann (Naturschutzbund): „Grundsätzlich bringt der Klimawandel durch verschobene Jahreszeiten, erhöhte Temperaturen und veränderte Niederschläge die Natur aus den Fugen. Veränderungen dieser Art gab es schon immer, doch die menschengemachten Veränderungen haben ein nie dagewesenes Tempo und Ausmaß angenommen! Besonders spezialisierte Tier- und Pflanzenarten sind durch den schnell voranschreitenden Klimawandel akut gefährdet, weil ihnen schlicht die Zeit fehlt sich anzupassen.

So muss sich das kälteliebende Alpenschneehuhn (Lagopus muta) in immer höhere Gebiete oberhalb der Baumgrenze zurückziehen. Dort tummeln sich immer mehr Arten, die vor der Wärme fliehen. Die Zahl der Brutpaare nimmt immer weiter ab und die Flucht endet spätestens auf dem Gipfel.

Die Raupen des Natterwurz-Perlmutterfalters (Boloria titania), der es kühl und feucht mag, brauchen den Wiesenknöterich (Polygonum bistorta) als Futterpflanze. Die Klimaerwärmung zwingt den Schmetterling neue Lebensräume weiter nordöstlich und in Skandinavien zu suchen. Dazu ist er als mobile Art vielleicht sogar in der Lage, aber der Wiesenknöterich kann sich nicht so schnell ausbreiten. So werden die Überschneidungen des Verbreitungsgebietes beider Arten immer kleiner.

Anderen meist weniger spezialisierten und mobilen Arten bieten die klimatischen Veränderungen die Möglichkeit, neue Lebensräume zu besiedeln. Diese könnte man also auch als die „Gewinner“ des Klimawandels bezeichnen. Sehr oft jedoch sind dies Arten, die bei uns nicht heimisch sind und auf ihrem Weg nach Norden hier lebende Arten verdrängen.

Bei Allergikern besonders gefürchtet findet das Ambrosia-Kraut (Ambrosia artemisifolia), begünstigt durch den Klimawandel, in Deutschland immer bessere Bedingungen. Ursprünglich war es in warmen Regionen Nordamerikas beheimatet und verbreitete sich, im 19. Jahrhundert von dort eingeschleppt, über Süd- und Osteuropa bis zu uns.

Es wird also durchaus Gewinner geben. Verlieren wird aber auf kurz oder lang immer die Vielfalt und Einzigartigkeit von natürlichen Lebensräumen.“

Redaktionstipp: Ausführlichere Informationen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Tier- und Pflanzenwelt finden Sie auf der Homepage des NABU unter „Arten im Klimawandel“ sowie in der Broschüre „Natur im Klimawandel“.

 

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