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Ist der Klimawandel schuld an der Marienkäferplage an Nord- und Ostsee?

„Millionen von Marienkäfern haben sich in diesem Sommer an der deutschen Küste versammelt. Ist der Klimawandel daran schuld? Muss man in den nächsten Jahren häufiger mit 'Plagen' durch Marienkäfer oder andere Tiere rechnen?“ (Gisela Herschel, Stralsund)

(c) Kurt F. Domnik / pixelio.de

Nicolai Schaaf (Experte für Klimawandel und Biodiversität beim Naturschutzbund Deutschland): „Die wichtigste Nahrung für Marienkäfer sind Blattläuse. Die Blattläuse hatten durch den feucht-warmen Frühsommer in diesem Jahr besonders günstige Wetterbedingungen, so dass sich auch die Marienkäfer massiv vermehren konnten. Zusätzlich trieb eine länger anhaltende und recht starke Windströmung aus Südwest die Käfer in den Norddeutschen Raum und an die Ostseeküste. Die wenig fluggewandten Marienkäfer sind dort an der Küstenlinie mehr oder weniger notgelandet, um zu verhindern, dass sie auf das offene Meer getrieben werden.

Zeitweise Massenvermehrungen einzelner Arten hat es schon immer gegeben und es wird sie sicherlich auch weiterhin geben. Wie auch in diesem Fall müssen dafür aber meist mehrere günstige Bedingungen erfüllt werden. Die entsprechende Wetterlage in nur einem Sommer lässt daher keine Rückschlüsse auf den Klimawandel zu. Wichtig sind arten- und strukturreiche Ökosysteme, so dass Bestände auf natürliche Weise reguliert werden.“

 

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