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Trifft Klimawandel beide Pole gleich?

„Wirkt sich der Klimawandel auf beide Pole gleich aus?“ (Barbara Nöldner-Bornheim, Plön)

(c) NASA Goddard Scientific Visualization Studio

Prof. Dr. Anders Levermann (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung): „Nein, der Klimawandel hat sehr unterschiedliche Auswirkungen auf die Pole. Die Arktis ist größtenteils ein Meer, das mit Meereis von einigen Metern Dicke bedeckt ist. Erwärmung lässt dieses Eis derzeit rapide schmelzen. Der dunkle Ozean, der dadurch zum Vorschein kommt, nimmt mehr Sonnenstrahlung auf und erwärmt die Arktis damit zusätzlich. Ob wir das ewige Eis des Nordpols selbst mit den ehrgeizigsten Klimaschutzmaßnahmen retten können, ist nicht sicher.

Der Südpol liegt dagegen auf Festland, auf dem sich über Jahrtausende Schnee zu einem kilometerdicken Eispanzer verdichtet hat. Im Gegensatz zu Meereis könnte das antarktische Landeis, wenn es völlig abschmilzt oder abfließt, den Meeresspiegel um bis zu 60 Meter erhöhen. Das ist jedoch sehr unwahrscheinlich. Ein Windgürtel und Meeresströmungen schützen die Antarktis klimatisch vom Einfluss der Erwärmung. In der Westantarktis sind die Temperaturen in den letzten Jahrzehnten dennoch stark angestiegen. In vielen Teilen hat sich der Eispanzer dort verdünnt und beschleunigt seinen Weg ins Meer. Zerrinnt der Westantarktische Eisschild vollständig, würde das den Meeresspiegel um mehr als drei Meter ansteigen lassen.“

 

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