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Wann gehen die Malediven unter?

„Wann gehen die Malediven unter?“ (Alexander Woitas, Berlin)

(c) Bruce Hatcher and Abdulla Naseer, Dalhousie University

Professor Peter Lemke (Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung): „Generell ist eine Vorhersage des Meeresspiegelanstiegs schwierig. Hier gibt es viele Fehlerquellen und man ist abhängig von den künftigen CO2-Emissionen, die wiederum ganz entscheidend von der ökonomischen und technologischen Entwicklung abhängen. Dafür gibt es keine exakten Vorhersagen und daher benutzt man spezielle Szenarien. Die durchgerechneten Szenarien des letzten Reports des IPCC (Weltklimarat) gehen von einer mittleren Meeresspiegelerhöhung von 18 bis 59 cm bis zum Jahr 2100 aus. Diese breite Spanne ergibt sich aus dem großen Unterschied der benutzten Szenarien, aber auch aus der Variabilität der Klimamodelle auf dessen Randbedingungen die Szenarien beruhen. Auch die Klimamodelle sind noch verbesserungswürdig, insbesondere was die Dynamik der Eisschilde betrifft. Daher haben einige Wissenschaftler auch einen Meeresspiegelanstieg von über einem Meter bis 2100 nicht ausgeschlossen, aber dies muss noch durch neuere Modelle bestätigt werden.

Der höchste Punkt der Malediven liegt etwa 2,4 Meter über dem Meeresspiegel. Daher werden die Malediven sicherlich die Jahrhundertwende noch erleben, aber sie könnten schon vorher viel von Ihrer Landfläche einbüßen und so teilweise unbewohnbar werden. Zudem ist der mittlere Meeresspiegelanstieg gar nicht allein entscheidend, denn Ebbe und Flut sowie Sturmfluten lassen den Meeresspiegel lokal immer wieder kurzfristig deutlich ansteigen.“

Redaktionshinweis: Schauen Sie sich dazu auch einen Beitrag in den ARD-Tagesthemen vom 29. Juni 2009 an.

 

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