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Woher kommt der zusätzliche Strom für Elektroautos?

„Die Bundesregierung und die Autoindustrie wollen das Elektroauto fördern. Aber woher kommt der zusätzliche Strom für eine Million Elektroautos und wie viel Strom braucht man zum Beispiel für 500 Kilometer?“ (Maik Griessen, Tauberbischofsheim)

(c) iStock/Lya_Cattel

Anna Fehmel (Verkehrsclub Deutschland e.V.): „Ein modernes Auto braucht für die Strecke von 500 Kilometer etwa 25 Liter Benzin (umgerechnet ein Ausstoß von 60 Kilogramm CO2). Das entspricht etwa 225 Kilowattstunden Energie. Der weitaus größte Teil davon verpufft jedoch ungenutzt als Abwärme; im besten Fall wird ein Drittel der eingesetzten Energie in Bewegung umgesetzt. Elektromotoren sind deutlich effizienter: Ihr Wirkungsgrad liegt bei fast 90 Prozent.

Für einen E-Smart wird vom Hersteller ein Verbrauch von 12 Kilowattstunden für 100 Kilometer angegeben, für ein Elektroauto der Golf-Klasse nimmt man einen Verbrauch von 20 bis 25 Kilowattstunden an. Demzufolge würde ein Elektroauto für eine Strecke von 500 Kilometer zwischen 60 und 120 Kilowattstunden benötigen (beim deutschen Strommix verursacht das einen Ausstoß von 36 bis 72 kg CO2). Ob diese Verbräuche im Alltag realistisch sind, muss erst durch einheitliche Tests sichergestellt werden. Bisher gibt es Elektroautos in Serie auf dem deutschen Markt nur als Leichtbau-Kleinfahrzeuge zu kaufen.

Eine Million Elektroautos mit einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von 12.000 Kilometer würden 2,7 Milliarden Kilowattstunden elektrischer Energie benötigen. Das entspricht der Leistung eines größeren Kohlekraftwerkes. Im durchschnittlichen deutschen Strommix wird pro erzeugter Kilowattstunde gut 600 Gramm CO2 freigesetzt. Der Vorteil des guten Wirkungsgrades von Elektromotoren wird durch den schlechten Wirkungsgrad und die schlechte CO2-Bilanz der Kraftwerke zunichte gemacht. Aus ökologischer Sicht wären Elektroautos nur dann vertretbar, wenn sie mit zusätzlich erzeugtem Ökostrom fahren würden.“

 

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